Zick-Zack-Kurs der GDL-Streiktaktik ohne Auswirkung auf den Kurs der Saarbahn - Ersatzkonzept wird schrittweise erweitert
Die Saarbahn weist auf die zunehmende Unberechenbarkeit der aktuellen Streiktaktik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hin. Pauschale Streikankündigungen für einen gesamten Monat, kurzfristige Streikaufrufe und Streikrücknahmen im Minutenbereich vor dem Start lassen einen Regelbetrieb der S1 nicht zu. „Um es auf den Punkt zu bringen: Es ist ein schlechter Stil und trifft im Wesentlichen die Fahrgäste, die diese Taktik ausbaden müssen“, betont Saarbahn-Geschäftsführer Karsten Nagel. Der Zick-Zack-Kurs zeige einmal mehr, welch wichtige Funktion das Saarbahn-Ersatzkonzept für die Fahrgäste habe. Es ginge um Planbarkeit. Entsprechend werde das Ersatzkonzept weiterentwickelt.
Saarbahn hält am Ersatzkonzept fest - und wird es erweitern - Saarbahn/Iris Maurer
Saarbahn hält am Ersatzkonzept fest - und wird es erweitern - Saarbahn/Iris Maurer
Saarbahn hält am Ersatzkonzept fest - und wird es erweitern - Saarbahn/Iris Maurer
Die Saarbahn appelliert an die GDL, zu einer kalkulierbaren und verantwortungsvollen Streikkommunikation zurückzukehren. Fahrgäste und Mitarbeitende seien auf frühzeitige und verlässliche Informationen angewiesen, um ihren Alltag planen zu können. „Ein spontanes Umschalten auf Regelbetrieb ist betrieblich nicht ohne Verzögerungen möglich. Unsere Verantwortung liegt darin, den Fahrgästen ein verlässliches Angebot zu machen – und das gelingt unter den aktuellen Bedingungen nur über ein stabiles und kontinuierlich erweitertes Ersatzkonzept“, so Nagel.
Erweiterung des Ersatzkonzepts im Innenstadtbereich
„Sobald die künftigen Straßenbahnfahrer ihre Ausbildung im Oktober abgeschlossen haben, werden wir das Ersatzkonzept im Innenstadtbereich zwischen Römerkastell und Etzenhofen ausweiten“, kündigt Nagel an. Die zweite Ausbildungsgruppe der Qualifizierung von Busfahrern zu Straßenbahnfahrern sei bereits in Vorbereitung.
Bislang umfasst das Ersatzkonzept für die S1 einen Schienenersatzverkehr mit Bussen auf der Gesamtstrecke zwischen Saargemünd und Lebach sowie montags bis freitags in der Früh- und Mittags-Hauptverkehrszeit drei Doppel-Traktionen auf der Strecke zwischen Saargemünd und Riegelsberg Süd. Hierfür stehen zehn TramTrain-Fahrer (auch Mitarbeiter aus Verwaltung, Leitstelle und Fahrschule), mit denen die wichtigen Schüler- und Pendlerverkehre abgebildet werden können.
„Sobald die GDL nicht streikt, werden aber auch verfügbare GDL‑Mitglieder im Fahrdienst eingesetzt. Das Ersatzkonzept mit unseren Doppel-Traktionen fahren wir konsequent, da es unter den aktuellen, sehr kurzfristigen Streiktaktiken die einzige verlässliche Grundlage für eine verlässliche Planung unserer Fahrgäste darstellt.“ Tagsüber in den Zeiten, in denen GDL im Zeitraum des Ersatzkonzepts von 5:30 bis 16:30 Uhr nicht streikt, werden die verfügbaren TramTrain-Fahrer für Ergänzungsfahrten zwischen Riegelsberg Süd und Lebach eingesetzt, damit die Erreichbarkeit der Schulen auf diesem Streckenabschnitt erhöht wird.
Auch der Takt im Innenstadt-Bereich wurde durch den Probebetrieb mit den neuen TramTrains gestärkt. Seit Anfang der Woche werden zwei der neuen Fahrzeuge zwischen Römerkastell und Etzenhofen eingesetzt. Nachdem diese Verkehre zunächst nur bis Siedlerheim gefahren wurden, erweitert sich der Radius um neun Haltestellen.
Perspektive: zeitnahe Abdeckung mit der S1 zwischen Lebach und Saargemünd
Ziel der Saarbahn ist es, während des Tarifkonflikts bald die komplette Strecke der S1 zwischen Saargemünd und Lebach verlässlich streikunabhängig fahren zu können.
Dabei sieht die Saarbahn-Geschäftsführung schrittweise drei Schritte zu einer weiteren Unabhängigkeit von GDL-Streiks:
- Basis bleiben im Ersatzkonzept immer die Verkehre mit den drei Doppel-Traktionen. Wichtig für den Schüler- und Pendlerverkehr.
- Hinzu kommt der schrittweise Ausbau / die Verstärkung durch Fahrten, auf denen zunächst zusätzliche GDL-Mitarbeiter eingesetzt werden
- Absehbar steht zudem der Ausbau der Leistungen mit den fertigen Straßenbahn-Fahrern sowie den nächsten Wechslern in den kommunalen Tarifvertrag bevor.
„Der Ausbau des Ersatzkonzepts gelingt absehbar gegebenenfalls noch schneller, falls vermehrt die TramTrain‑Fahrer in unseren Tarifvertrag der kommunalen Verkehrsunternehmen wechseln, also in unseren `Saarbahn-Tarifvertrag`. Für den Wechsel gibt es in den Saarbahn-Tarifvertrag attraktive Regelungen“, erklärt Nagel.
