OB fordert: Zweite Direktverbindung Paris-Berlin über Saarbrücken
Oberbürgermeister Uwe Conradt hat in einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gefordert, die geplante zusätzliche Schnellzugverbindung zwischen Paris und Berlin über die Landeshauptstadt Saarbrücken zu führen.
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
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„Eine Streckenführung des zweiten Schnellzugpaares Paris-Berlin über Saarbrücken wäre verkehrspolitisch und für die deutsch-französische Beziehung von erheblicher Bedeutung.“ Oberbürgermeister Uwe Conradt
Hintergrund sind die aktuellen Prüfungen der Deutschen Bahn (DB) und der französischen Staatsbahn SNCF, ein zweites tägliches Schnellzugpaar auf der prestigeträchtigen Strecke Paris-Berlin einzurichten.
Strategischer Knotenpunkt im Herzen Europas
In seinem Schreiben unterstreicht Oberbürgermeister Uwe Conradt die einzigartige Position Saarbrückens als Eurometropole und Motor der grenzüberschreitenden Kooperation: „Die Landeshauptstadt Saarbrücken ist als Eurometropole der zentrale deutsch-französische Lebens-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturraum im Herzen Europas. Als einzige deutsche Großstadt unmittelbar an der Grenze zu Frankreich ist Saarbrücken eng mit den französischen Nachbargemeinden verbunden.“
Gerade mit Blick auf die zahlreichen französischen und deutsch-französischen Institutionen, die in Saarbrücken ihren Sitz haben, nehme die Landeshauptstadt für sich in Anspruch, deutsch-französische Hauptstadt zu sein. Conradt: „Eine Streckenführung des zweiten Schnellzugpaares Paris-Berlin über Saarbrücken wäre daher verkehrspolitisch und für die deutsch-französische Beziehung von erheblicher Bedeutung.“
Mit einem Einzugsgebiet von rund 1,5 Millionen Menschen im grenzüberschreitenden Ballungsraum bietet der Eurobahnhof Saarbrücken die ideale Infrastruktur, um die gesamte Region – einschließlich der östlichen Moselle, Luxemburg und Trier – an die europäische Hauptachse Paris-Berlin anzubinden. Eine Streckenführung über Saarbrücken würde nicht nur die bestehende schnelle Anbindung an Paris stärken, sondern die saarländische Landeshauptstadt als unverzichtbaren deutsch-französischen Knotenpunkt profilieren.
Chancen für Pendler, Tourismus und Wirtschaft
Bereits im Oktober 2023 hatte die saarländische Landesregierung gemeinsam mit regionalen Akteuren eine Resolution verabschiedet, die Saarbrücken als zentrales Scharnier der deutsch-französischen Zusammenarbeit definiert.
Auch Mitglieder des Deutschen Bundestages setzen sich aktuell für eine Streckenführung über Saarbrücken ein, da sie erhebliche Chancen für Pendlerinnen und Pendler, den Tourismus und die Wirtschaft in der gesamten deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzregion sehen.
Für die zweite Schnellzugverbindung über die Eurometropole Saarbrücken spricht insbesondere:
- Stärkung der Pendlerströme: Die Region weist mit mehr als 236.000 Personen die umfangreichsten Grenzgängerströme innerhalb der Europäischen Union auf.
- Attraktivität für Wissenschaft und Fachkräfte: Eine verbesserte Anbindung kommt Unternehmen, Studierenden und Forschenden gleichermaßen zugute.
- Vernetzung mit Luxemburg und Trier: Saarbrücken fungiert als natürlicher Knotenpunkt, wobei insbesondere Luxemburg ein großes Interesse an schnellen Verbindungen Richtung Frankfurt und Berlin zeigt.
Appell an Entscheidungsträger
Oberbürgermeister Uwe Conradt appelliert an die Bundesregierung und die Verantwortlichen der Bahnunternehmen, die verkehrs- und europapolitischen Vorteile einer Streckenführung über Saarbrücken in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Die Landeshauptstadt sieht in dem zweiten Schnellzugpaar Paris-Berlin eine historische Chance, die Sichtbarkeit der Region auf der europäischen Landkarte nachhaltig zu erhöhen und die Brückenfunktion zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg weiter auszubauen.