Mittwoch, 4. November 2026

Die Fakten zu den Mehrheitsverhältnissen liegen auch notariell bestätigt auf dem Tisch

Der KAV Saar und die Saarbahn weisen die wiederholten Forderungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zurück, die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes bei der Saarbahn GmbH zu unterlassen. Die Arbeitgeber fordern ein Ende eines Arbeitskampfes, der an den Realitäten vorbeigeht. Eine inzwischen notariell dokumentierte Überprüfung der Mitgliederverhältnisse bestätigt die Mehrheitsstellung von ver.di und damit die Voraussetzungen für die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes.

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Neue Saarbahn durch die Innenstadt - Saarbahn /Iris Maurer

Neue Saarbahn durch die Innenstadt - Saarbahn /Iris Maurer

Neue Saarbahn durch die Innenstadt - Saarbahn /Iris Maurer

Stefan Spaniol, Geschäftsführer des KAV Saar, und Karsten Nagel, Geschäftsführer der Saarbahn GmbH, erklären hierzu:

„Die Mehrheitsverhältnisse waren immer klar, selbst die GDL hatte dies bereits jahrelang bestätigt. Gegen die aktuellen Fehlinformationen der GDL: Die Fakten liegen jetzt auch formal überprüft auf dem Tisch. Wir haben die Mitgliederverhältnisse bei der Saarbahn GmbH auf einer belastbaren und notariell dokumentierten Grundlage überprüfen lassen. Das Ergebnis bestätigt nochmals eindeutig: ver.di ist bei der Saarbahn die Mehrheitsgewerkschaft im Sinne des Tarifeinheitsgesetzes. Es ist nunmehr wirklich an der Zeit, dass auch die GDL endlich diese Realität anerkennt!“

Notarieller Abgleich bestätigt nachvollziehbar die Mehrheitsverhältnisse

Die Saarbahn GmbH hat zum Stichtag 30. September 2026 die Mitgliederverhältnisse im Verhältnis zur Gesamtbelegschaft durch ein notariell dokumentiertes Abgleichverfahren feststellen lassen. Hierzu wurden die Beschäftigtenliste der Saarbahn GmbH und die von ver.di übermittelte Mitgliederliste miteinander abgeglichen. Das Ergebnis wurde in einer notariellen Urkunde festgehalten. Bei insgesamt 477 Beschäftigten ergaben sich 292 Übereinstimmungen. Damit ist eine absolute Mehrheit mathematisch und rechtlich klar festgestellt und infolge der bundesgesetzlichen Regelung einzig und alleine der TV-N Saar maßgeblicher Tarifvertrag für die Saarbahn.

„Wir haben mit einem konkreten, nachvollziehbaren und notariell dokumentierten Verfahren gearbeitet. Die Ergebnisse bestätigen unsere Einschätzung der Mehrheitsverhältnisse bei der Saarbahn, die jeder im Saarland teilt, der sich ernsthaft mit der Saarbahn beschäftigt. Die GDL sollte diese Tatsachen endlich zur Kenntnis nehmen und aufhören, ihre eigenen Mitglieder für dumm zu verkaufen. Zum Fairplay gehört es nunmehr, alle weiteren Störversuche und unnötigen Streiks zu beenden.“

„Was wir nicht akzeptieren können, ist, dass die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes – sogar mit wechselnden Begründungen – immer wieder infrage gestellt wird, obwohl inzwischen nunmehr formal eine objektive und nachvollziehbare Grundlage für die Bewertung der Mehrheitsverhältnisse vorliegt. Im Oktober lebten wir die Tarifeinheit bereits und die Bahnbeschäftigten erhielten nach dem TV-N Saar ein Lohnplus von 3 %. Gegen dieses Mehr im Geldbeutel und gegen weitere, fest vereinbarte Verbesserungen (+ 2,8 % und Verdoppelung der Jahressonderzahlung in 2027, + 2,5 % in 2028) sowie eine hervorragende Besitzstandssicherung zu streiken, ist völlig unverständlich. Die Bundesleitung der GDL trägt ihre Machtspiele nicht nur zu Lasten der Fahrgäste, sondern vor allem auch auf dem Rücken der eigenen Mitglieder vor Ort aus; sie werden derzeit gerade mit den Wellenstreiks letztlich nur noch „verheizt“.

Arbeitgeberseite setzt weiterhin auf sachlichen Dialog zur Umsetzung der Tarifeinheit

Trotz der deutlichen Kritik bekräftigen KAV Saar und Saarbahn ihre Bereitschaft, mit der GDL über die Umsetzung der Tarifeinheit zu sprechen.

„Wir haben die GDL erneut zu einem persönlichen Gespräch nach Saarbrücken zur Umsetzung der Tarifeinheit eingeladen. Unser Ziel ist es, die aktuelle Auseinandersetzung auf einer sachlichen Grundlage zu beenden und einen geordneten Weg in die Zukunft zu ermöglichen. Die Voraussetzungen für eine konstruktive Verständigung im Rahmen des Tarifvertragsgesetzes sind vorhanden. Dafür braucht es allerdings die Bereitschaft, Fakten anzuerkennen und sich mit der tatsächlichen Rechtslage auseinanderzusetzen.“

„Die Tarifeinheit ist keine Frage gewerkschaftlicher Machtspiele, sondern eine gesetzlich geregelte Grundlage für einheitliche tarifliche Strukturen. Wir erwarten von der GDL, dass sie sich dieser Realität stellt und endlich zu einer konstruktiven Lösung beiträgt.“