Schienenersatzverkehr im Streikfall: Saarbahn kümmert sich um Fahrgäste
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL hat seit dem 28. Mai 2026 bereits zum achten Warnstreik der TramTrain-Fahrer der Saarbahn aufgerufen. Während die ersten Arbeitsniederlegungen im Tarifkonflikt nur wenige Stunden dauerten, wurden die Streiks im weiteren Verlauf zunehmend ausgeweitet. Die beiden jüngsten Streiks wurden sogar ohne festgelegtes Enddatum angekündigt. „Die Streikankündigungen der GDL erreichen uns leider erst 24 Stunden vor Streikbeginn. Es ist zwar immer eine große Herausforderung, einen Schienenersatzverkehr kurzfristig zu organisieren, der die Strecke zwischen Lebach und Saargemünd abdeckt. Aber ganz klar: Der Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Wir setzen hier wieder vorrangig Auftragsunternehmer als Partner ein, aber auch Kollegen aus dem Bus-Bereich stehen bereit, sofern wir dies neben unserem regulären Buslinienverkehr darstellen können. So hatten wir beispielsweise bereits beim Altstadtfest mehrere Kollegen in der zusätzlichen Reserve“, erklärt Saarbahn-Geschäftsführer Karsten Nagel.
Schienenersatzverkehr während des GDL-Streiks - Honk Photo /Saarbahn
Schienenersatzverkehr während des GDL-Streiks - Honk Photo /Saarbahn
Schienenersatzverkehr während des GDL-Streiks - Honk Photo /Saarbahn
Die Saarbahn hat für den aktuellen Warnstreik mit offenem Ende bereits den Schienenersatzverkehr über das Wochenende hinaus organisiert. „Unser Ziel ist es, dass die Auswirkungen der Streikmaßnahmen der GDL zulasten der Fahrgäste begrenzt und abgefangen werden. Hier liegt unser Augenmerk zunächst auf den Sommerferien, aber selbstverständlich denken wir darüber hinaus auch an die Zeit nach den Ferien“, betont Nagel. „Ich danke in diesem Zusammenhang auch für den guten Zusammenhalt zwischen den kommunalen Verkehrsunternehmen im Saarland sowie die sehr konkrete Unterstützung aus dem privaten Busgewerbe. Der gemeinsam durchgeführte Schienenersatzverkehr hat bisher reibungslos funktioniert.“
Infos zum Schienenersatzverkehr unter www.saarbahn.de/sev.
____________________________________________________________________________
Zum Hintergrund des Tarifkonflikts mit der GDL:
Der Saarbahn-Geschäftsführer sagt hierzu: „Das arbeitgeberseitige attraktive Angebot hat die GDL vom Tisch gewischt. Das einbetonierte Forderungspaket der GDL führt zu Aufwandssteigerungen aus Entgelt- und Mantelthemen von über 20 Prozent in zwei Jahren. Bezogen nur auf das Entgelt eines GDL-Kollegen würden vereinbarte Arbeitszeitabsenkungen und das Forderungspaket dazu führen, dass für eine Minderheit der Saarbahn-Kollegen in zwei Jahren im Entgelt eine Steigerung von über 17 Prozent wirksam wird. Das ist insgesamt inakzeptabel. Ich weiß auch nicht, wie derartige Ansprüche von Menschen verstanden werden sollen, die in anderen Branchen arbeiten oder in mancher Branche zudem noch um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen. Der Tarifabschluss TV-N sieht analog dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst Steigerungen von 5,8 Prozent (3,0% in 2026 und 2,8% in 2027) vor. Hiermit liegt der TV-N über der erwarteten Inflationsrate, ist also eine Reallohnsteigerung.“ Die Positionen der GDL und KAV / Saarbahn lägen unüberbrückbar auseinander – die Tarifverhandlungen und letztlich auch die Tarifpartnerschaft seien damit auf einem „Abstellgleis“.
Für die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich besteht durch den alle Berufsgruppen umfassenden Tarifabschluss im TV-N Saar eine Wahlmöglichkeit. Mit dem Wechsel zum TV-N können die Mitarbeiter im Rahmen einer Besitzstandsregel (Mitnahme ihres heutigen monatlichen Entgelts und Sicherung der Entgelteffekte aus potenziellen Arbeitszeitabsenkungen gemäß ZugTV bis 2030) von den Tarifsteigerungen im TV-N Saar in den Jahren 2026 bis 2028 (3,0%, 2,8%, 2,5%) und weiteren Verbesserungen wie der Verdopplung der Jahressonderzahlung in 2027 partizipieren. Insofern haben auch die Mitarbeitenden im Bahn-Bereich bereits heute eine langfristig gesicherte Perspektive.
„Selbstverständlich liegen uns alle Mitarbeitenden und damit auch unsere Bahn-Fahrerinnen und -Fahrer am Herzen. Es gibt bereits einen umfassenden Tarifvertrag mit einer attraktiven Perspektive. Ich will mich im Übrigen nicht an der GDL-Polemik von „Lok-Führern Zweiter Klasse“ beteiligen. Als Geschäftsführer der Saarbahn kenne ich nur Saarbahnerinnen und Saarbahner der Ersten Klasse. Ohne Ausnahme gilt dies für den Bahn-Bereich, den Bus-Bereich und alle anderen Funktionen. Wir sind ein Team, hierauf lasse ich nichts kommen. Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Saarbahn. Ich gehe davon aus, dass dies letztlich alle Kolleginnen und Kollegen im Blick haben“, unterstreicht Nagel.
Für weitere Informationen, Statements oder Interviewanfragen stehen Ihnen der Saarbahn-Geschäftsführer Karsten Nagel und der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverband Saar Stefan Spaniol gerne zur Verfügung.