Freitag, 3. Juli 2026

Kommunale Wärmeplanung beschlossen: Landeshauptstadt Saarbrücken legt den Grundstein für die Wärmewende

Der Stadtrat der Landeshauptstadt Saarbrücken hat in seiner Sitzung vom 23. Juni 2026 die Kommunale Wärmeplanung beschlossen. Damit erfüllt die Landeshauptstadt fristgerecht die gesetzliche Vorgabe und schafft eine wichtige Grundlage für eine zukunftsfähige, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung.

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Panorama-Ansicht Rathaus St. Johann - Sina Ettmer Photography

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Unser Ziel ist es, den ökologisch bedingten Wandel mit sozialer Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft gleichermaßen zu gestalten Oberbürgermeister Uwe Conradt

„Die Kommunale Wärmeplanung ist eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre und Jahrzehnte. Sie eröffnet Saarbrücken die Chance, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden. Voraussetzung für ihren Erfolg ist eine solide Finanzierung der notwendigen Infrastrukturmaßnahmen durch eine ausreichende Förderkulisse des Bundes und des Landes sowie die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern. Unser Ziel ist es, den ökologisch bedingten Wandel mit sozialer Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft gleichermaßen zu gestalten“, sagt Oberbürgermeister Uwe Conradt.

Zwölf Monate intensive Planungsarbeit

Die Kommunale Wärmeplanung wurde federführend vom Amt für Klima- und Umweltschutz in Zusammenarbeit mit den Fachbüros Rödl und Greenventory erarbeitet. Innerhalb von knapp zwölf Monaten entstand unter Beteiligung zahlreicher Akteure – darunter städtische Fachämter, Tochter- und Eigenbetriebe, Energieversorger sowie weitere Fachinstitutionen – ein strategischer Fahrplan für die Wärmewende in Saarbrücken. Auch die Bürgerinnen und Bürger wurden während des gesamten Prozesses informiert und beteiligt.

Mit der Kommunalen Wärmeplanung schaffen wir Orientierung für die Zukunft der Wärmeversorgung in Saarbrücken. Bürgermeisterin Barbara Meyer

„Mit der Kommunalen Wärmeplanung schaffen wir Orientierung für die Zukunft der Wärmeversorgung in Saarbrücken. Sie zeigt auf, welche Potenziale wir vor Ort nutzen können, um unsere Stadt Schritt für Schritt unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und gleichzeitig die Klimaschutzziele zu erreichen. Damit legen wir heute die Grundlage für die Wärmeversorgung von morgen“, sagt Bürgermeisterin Barbara Meyer

Analyse zeigt Handlungsbedarf und Chancen

Die Bestandsanalyse macht deutlich, dass der jährliche Wärmebedarf in Saarbrücken derzeit bei 1.835 Gigawattstunden liegt. Ein großer Teil davon wird noch durch fossile Energieträger gedeckt. Gleichzeitig verursacht der Wärmesektor mit rund 457.000 Tonnen CO₂ pro Jahr den größten Anteil an den kommunalen Treibhausgasemissionen.

Die Wärmeplanung zeigt, dass Saarbrücken über erhebliche Potenziale für eine klimaneutrale Wärmeversorgung verfügt. Dazu zählen insbesondere Solarenergie auf Dächern und Freiflächen, die Nutzung von Umweltwärme aus der Saar mittels Flusswärmepumpen sowie Energieeinsparungen durch die energetische Sanierung von Gebäuden. Da rund 83 Prozent der Saarbrücker Gebäude vor 1979 errichtet wurden, bietet die energetische Modernisierung enorme Chancen zur Senkung des Energieverbrauchs.

Strategische Leitlinien für die Zukunft

Für die zukünftige Wärmeversorgung empfiehlt die Planung einen weiteren Ausbau der Fernwärme in der Innenstadt und in dicht bebauten Quartieren. Als mögliche Wärmequellen kommen unter anderem Flusswärme, Solarthermie, Abwärme und Großwärmepumpen in Betracht. In weniger dicht besiedelten Bereichen werden dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaik als geeignete Alternativen gesehen.

Die Kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Fachplanung und rechtlich nicht verbindlich. Sie dient als Orientierung für zukünftige Entscheidungen und Investitionen. Die Fortschreibung der Planung erfolgt künftig alle fünf Jahre.

Bürgermeisterin Barbara Meyer betont die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Wärmewende: „Die kommunale Wärmeplanung zeigt, was technisch möglich und langfristig sinnvoll ist. Die eigentliche Herausforderung liegt nun in der Umsetzung. Damit die Wärmewende vor Ort gelingt, benötigen die Kommunen eine verlässliche und langfristige finanzielle Unterstützung von Bund und Land.“

Weitere Informationen

Das Konzept zur Kommunalen Wärmeplanung und weitere Informationen finden Sie online auf der Webseite zur Wärmeplanung.