ZF-Standort Saarbrücken: OB Conradt fordert Klarheit vom Vorstand – Solidarität mit Betriebsrat und Beschäftigten
Mit Nachdruck hat sich Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt am Dienstag, 22. Juli, an den Vorstandsvorsitzenden der ZF Friedrichshafen AG, Dr. Holger Klein, gewandt.
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
„Jetzt ist der Moment gekommen, in dem der Vorstand zeigen muss, ob er dieses gemeinsame Verständnis ernst meint.“ Oberbürgermeister Uwe Conradt
In einem Schreiben fordert Conradt Aufklärung über die Pläne zur Verlagerung von Produktionslinien aus dem ZF-Werk Saarbrücken ins ungarische Eger sowie zur Zukunft des Standorts und der Belegschaft.
„In der gemeinsamen Erklärung der Bürgermeister-Initiative ‚Für einen starken Automobilstandort’ von Friedrichshafen haben wir eine enge Abstimmung zwischen Konzernführung, Kommunen und Beschäftigten vereinbart. Jetzt ist der Moment gekommen, in dem der Vorstand zeigen muss, ob er dieses gemeinsame Verständnis ernst meint“, sagt Conradt.
Enge Abstimmung innerhalb der Bürgermeister-Initiative
Zugleich informierte der Saarbrücker Oberbürgermeister in persönlichen Schreiben OB Simon Blümcke in Friedrichshafen über die Entwicklungen am Standort Saarbrücken und bekräftigte die enge Abstimmung innerhalb der Bürgermeister-Initiative. „Gerade jetzt müssen wir als Standortkommunen zusammenstehen und den Schulterschluss mit den Beschäftigten suchen“, so Conradt weiter.
„Die Zukunft des Automobilstandorts Saarbrücken ist eine Frage der regionalen Gerechtigkeit, der wirtschaftlichen Vernunft und des Respekts vor der Lebensleistung der Beschäftigten.“ Oberbürgermeister Uwe Conradt
In einem dritten Schreiben wandte sich der Saarbrücker Verwaltungschef direkt an den Betriebsrat des ZF-Werks Saarbrücken und sicherte die volle Unterstützung der Stadt zu. Conradt würdigte das Engagement und die klare Haltung des Betriebsrats: „Die Beschäftigten haben über Jahre enorme Beiträge geleistet, um den Standort zu sichern. Eine Abkehr von gemeinsam getragenen Vereinbarungen wäre nicht hinnehmbar.“
Der Oberbürgermeister kündigte an, den Druck gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Bürgermeister-Initiative auch in Berlin und Brüssel zu erhöhen. „Die Zukunft des Automobilstandorts Saarbrücken ist eine Frage der regionalen Gerechtigkeit, der wirtschaftlichen Vernunft und des Respekts vor der Lebensleistung der Beschäftigten.“
Hintergrund
Im Rahmen der Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ haben sich über 30 Stadtoberhäupter zusammengeschlossen, um für eine zukunftsfähige Industriepolitik in Deutschland und Europa zu werben. Einer der zentralen Standorte ist Saarbrücken mit dem ZF-Werk, in dem aktuell rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind.